Vielleicht sollte ich zu Beginn kurz unterscheiden, zwischen den generellen Freiheiten, die wir als Menschen in unserem Land haben und der weiteren individuellen Definition. Höchstwahrscheinlich nehmen wir viele dieser Freiheiten als selbstverständlich und vergessen oft, wie glücklich wir uns schätzen können. Ich für meinen Teil bin sehr dankbar, aus dem Haus gehen zu können, ohne hinter einer der nächsten Kreuzungen ein Raubtier befürchten zu müssen und wenn ich Hunger habe, einfach einen der alle 100m erbauten Kaufmannsläden ansteuern zu können. Auch sind die Möglichkeiten der individuellen Aus- und Weiterbildung in den letzten Jahrzehnten ins schier unendliche gewachsen. Damit meine ich nicht unbedingt nur den Weg, wie sich jeder sein Leben finanziert, sondern auch das Nachgehen jeglicher Interessen und sei es nur aus Neugier oder Faszination. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder Mensch die gleichen Startbedingungen vorgelegt bekommen. Mit Sicherheit ist der Schwierigkeitsgrad zu Beginn nicht außer Acht zu lassen und auch das Umfeld spielt nicht nur bei jungen Menschen eine Rolle. Ungeachtet dessen bin ich davon überzeugt, dass nur wenige äußere Faktoren – selbstverständlich ist die Gesundheit hier die Grundvoraussetzung Nr. 1 – eine freie Entfaltung des eigenen Lebens tatsächlich nachhaltig einschränken können. 

In diesem Kontext spielen neben der Gesundheit natürlich auch mentale Eigenschaften, wie der Wille, die Fähigkeit, sich für etwas begeistern zu können, Fleiß, Durchhaltevermögen und auch eine gewisse Risikotoleranz eine große Rolle. Letztere habe ich selbst, zumindest und vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht tatsächlich erst verhältnismäßig spät ausgebildet. Was auch in meinem Fall gewisser Maßen mit dem Umfeld, in dem ich aufwuchs zusammenhängt. Ich selbst bin in der DDR geboren. Aber um eines gleich zu Beginn festzuhalten: Meine Kindheit war großartig, meine Familie ist einfach wundervoll und es fehlte mir an nichts. Aber die zuletzt essentielle finanzielle Bildung und damit einhergehend auch die genannte Risikotoleranz konnte ich mir erst deutlich später aneignen, als ich selbst begann, mich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen. Ganz einfach, weil es mich interessierte. Bevor ich aber zu viel vorweg nehme, möchte ich zurück zum Thema kommen. Ich hoffe, du verzeihst mir gelegentliche Ausschweifungen etwas abseits vom aktuellen Themenbereich. 

Was genau bedeutet nun also Freiheit für mich? Freiheit bedeutet für mich:

  • Morgens gesund aufzuwachen, die Sonne im Gesicht zu spüren und spontan an den Strand zu fahren und nicht um 08:00 im Büro sein zu müssen, weil das nächste Meeting wartet
  • Mir die Zeit nehmen zu können, einer Sache nachzugehen, mit der ich mich unbedingt einmal in Gänze beschäftigen möchte, ohne dabei zuerst nachzudenken, ob ich damit auch Geld verdienen kann
  • Den Fokus auf den Entstehungsprozess legen zu können, nicht auf das Ergebnis – geht ein wenig einher mit dem vorherigen Punkt
  • Dass ich einen für mich befriedigenden Lebensstandard halten kann, ohne dass aufgrund dessen der Druck steigt, die derzeitige Tätigkeit nicht aufgeben zu dürfen
  • Selbst zu entscheiden, mit wem ich wann und wie viel meiner Zeit verbringe
  • Mir den Ort, an dem ich lebe oder an dem ich zumindest den größten Teil meiner Zeit verbringe, unabhängig von meiner Tätigkeit wählen zu können

Wenn du Lust hast, lade ich dich herzlich ein, die Punkte aus deinem Blickwinkel zu ergänzen. Fühl dich frei, deine Gedanken in den Kommentaren zu teilen. 

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit, das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.

George Bernard Shaw (1856 – 1950)

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