
Drei Wochen ist es nunmehr her, dass ich zum ersten mal in meinem Leben aus eigenem Antrieb meine Kündigung einreichte. Und über einen Monat ist es her, dass ich die Entscheidung traf, den Schritt in die komplette Selbständigkeit zu wagen und damit nicht nur meinen Job, sondern auch die gemeinhin als „Sicherheit“ geltenden monatlichen Einkünfte aus diesem an den Nagel zu hängen.
Wie schon in früheren Beiträgen erwähnt, stürze ich mich selbstverständlich nicht völlig blauäugig in das neue Abenteuer – zumal es nicht komplett neu ist, denn ich habe schon über die letzten Jahre nebenher selbständig gearbeitet. Ich bin also nicht ganz unvorbereitet. Je nachdem, wie sich meine neue Parallel-„Karriere“ als Blogger noch entwickelt, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt eventuell etwas mehr auf die Dinge eingehen, mit denen ich mir neben dem Job ein recht gutes Polster und auch einen anhaltenden monatlichen Cashflow aufbauen konnte. Um es für den Moment kurz zu halten, ich komme für eine ganze Weile auch gut klar, ohne weiterhin monatlich von einem Arbeitgeber bezahlt zu werden.
Die Basis, um sich voll und ganz in den neuen Lebensabschnitt zu stürzen, ist also solide. Und trotzdem sind sie da, die Zweifel. Die Zweifel an der Entscheidung und die Zweifel an dem, was ich mir nun als neue Aufgabe auserwählt habe. Sie sind leise, doch sie sind da, tagtäglich. Die Stimmung ist wechselhaft. In einem Moment bin ich voll und ganz überzeugt und sehe schon die nächsten Erfolge vor mir, merke wie es voran geht und es ergibt sich ein immer klareres Bild. Im nächsten Moment ändert sich das Bild, ich bin unsicher, ob mein Plan aufgeht und stoße täglich auf neue Herausforderungen, die mich nach ein paar Schritten nach vorn, wieder einen oder auch mal zwei zurückwerfen. Nicht zu vergessen, dass ich ja noch bis Jahresende in meiner derzeitigen Verantwortung im Job bleiben werde, wenn auch ab September nur noch in Teilzeit. Was die Gesamtbelastung derzeit etwas ausreizt. Aber ich jammere nicht, das habe ich mir so ausgesucht.
Vielleicht sind es auch nur die vielen Themen, Gedanken und neuen Eindrücke, die derzeit gleichzeitig auf mich einprasseln. Ich bin von je her ein sehr gewissenhafter Mensch. Zwar zerdenke ich nicht jede Entscheidung – so kommt man ja nicht voran – aber ich denke mir schon etwas bei jeder meiner Entscheidungen und habe zumindest einen groben Plan im Kopf, wo mich diese hinführen wird. Aktuell fällt es mir schwer, zu greifen, wo mich die nun getroffene Entscheidung hinführen wird, auch wenn ich hier ebenso einen Plan im Kopf habe. Für meine Verhältnisse scheint dieser aber etwas zu verschwommen, als dass ich mich wirklich sicher dabei fühlen würde. Wahrscheinlich ist das der Grund für das Auf und Ab meiner derzeitigen Gefühlswelt.
Schön ist es, in solchen Phasen Menschen an seiner Seite zu haben, die hinter einem stehen, erkennen was los ist und immer mal wieder kleine Anstöße geben, um sich wieder auszurichten. Der regelmäßige Austausch zu den Themen, die einen bewegen, ist ein unheimlich gutes Tool, um die Dinge wieder rational zu betrachten. Für mich ist es meine Partnerin, mit der ich mich täglich austausche. Und da es nicht nur einseitig ist, sondern wir den Austausch für beide Seiten nutzen, ist es eine perfekte Symbiose, um gemeinsam zu wachsen.
Ich bin gespannt, wie lange diese Schwankungen anhalten. Nun, da es absehbar ist, ab wann wirklich Schluss ist und ich zu 100% auf mein eigenes Business angewiesen und damit auch zu 100% selbst verantwortlich sein werde, wie gut oder schlecht es mir damit geht, wird es mit jedem Tag spannender. Nicht selten sind es doch die Dinge, die einem in gewisser Weise Angst machen und nur schwer in das bisherige Bild passen, die einen dann erst recht weiter aus sich heraus wachsen lassen. Ihr wisst schon, das Thema mit der Komfortzone, die man ab und an mal verlassen sollte.
Nun, ich bewege mich dann jetzt mal weiter außerhalb dieser Zone und schaue, wie lange es dauert, bis auch diese wieder komfortabel wird…
In diesem Sinne, danke fürs Lesen und bis zum nächsten mal.
Euer Patrick

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