Es geht in die Phase 2. Am 31.08.2024 endete meine vertraglich geregelte Kündigungsfrist. Aufgrund der mir bewussten hohen Verantwortung für das Unternehmen, in dem ich noch tätig bin, war und ist mir nach wie vor wichtig, einen möglichst sauberen Abschluss zu finden. Aus diesem Grund hatte ich meinem Arbeitgeber angeboten, nach dem Ende meiner Kündigungsfrist noch bis Jahresende dabei zu bleiben. Einzige Einschränkung: Ab dem 01.09.2024 stehe ich dem Unternehmen nur noch 20 Stunden in der Woche zur Verfügung. Hierauf wurde sich geeinigt und nun beginnt ab morgen die finale Phase des Ausstiegs, als „Halbtagskraft“.

Frage an mich selbst: Wie geht es mir damit?

Ich lausche also tief in mich rein und kann weder Aufregung, besondere Euphorie aber auch keine Angst oder dergleichen verspüren. Ich kann auch nicht sagen, dass ich mich besonders freue, ab morgen nur noch 2,5 Tage in der Woche in der Firma zu sein. Mir ist bewusst, dass mir das deutlich mehr freie Zeit für mich eröffnet. Und es fühlt sich auch gut an. Auch habe ich bereits einen Plan, wie ich diese zusätzliche Zeit nutzen werde. Es gibt einiges zu tun. Aber diese Befreiung von damals, mit der Aussprache der Kündigung, dieses Gefühl, eine einschneidende Entscheidung getroffen zu haben und die damit verbundene Spannung ist – zumindest Stand jetzt – verflogen.

Stattdessen kamen auch in den letzten Wochen immer wieder die leisen Zweifel in mir hoch. Gerade zuletzt habe ich noch mehr Energie und auch Herzblut in meinen Job gesteckt. Das liegt zum einen natürlich daran, dass ich einige Themen gern zu einem erfolgreichen Abschluss bringen möchte, bevor ich meinen Platz räume. Unterbewusst interpretiere ich es jedoch auch als eine Form des „nicht loslassen können“. Damit einhergehend kommen dann auch nach wie vor regelmäßig die Gedanken des Hinterfragens. Zum Teil fühlt es sich so an, als würde eine „unsichtbare“ Macht versuchen, mich unbedingt in dem gewohnten Umfeld zu halten. Plötzlich ergaben sich neue Möglichkeiten, an unterschiedlichsten Stellen zusätzlich auf mich und meine Expertise aufmerksam zu machen. Nicht, dass das vorher niemandem bewusst war – sonst hätte ich wohl diesen Job nicht. Doch ausgerechnet jetzt, so kurz vor dem Abschluss steigt die Wertschätzung mir gegenüber. Der Mehrwert, den ich liefere fällt noch mehr auf und es kam sogar zu Gesprächen, ob und unter welcher Form ich mir denn vorstellen könne, doch noch länger zu bleiben.

Interessant zu beobachten ist, dass sich die jetzige Phase augenscheinlich auch auf meine Gesundheit auswirkt. So anfällig für kleine Wehwehchen, wie in den letzten Wochen war ich lange nicht mehr. Beinahe scheint es, als materialisiere mein Körper gerade jene Konflikte, die mein Kopf mit sich versucht auszumachen. Doch ich bin davon überzeugt, dass sich auch das wieder einrenken wird, sobald ich meine neue Linie gefunden habe.

Ja, es ist viel passiert in den letzten Wochen. Aber ich bin meiner Entscheidung treu geblieben. Auch jetzt noch weiß ich, es ist der richtige Weg. Und die spannende Phase, sie beginnt nun erst. Es warten neue Herausforderungen auf mich und mit diesen auch für mich bisher unbekannte Gefilde, die ich nun betreten werde. Gewiss jedoch ist, die Themen zum Bloggen, die werden sich in den kommenden Wochen wohl häufen. Das nächste Update wird also nicht allzu lang auf sich warten lassen…

Ich wünsche allen einen erfolgreichen Start in die Woche.

Euer Patrick


Entdecke mehr von Tausche Karriere gegen Freiheit

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar